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Revitalisierung des "Kienzle-Areals", Werk II in Villingen-Schwenningen
(1998 - 2005)
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Der Standort
Im
Innenstadtbereich von VS-Schwenningen, ca. 200 m östlich
des Rathauses, befindet sich das Areal des Werks II
der ehemaligen Kienzle-Uhrenfabriken. Die Fläche des
so genannten "Kienzle-Areals" umfasst das ehem. Betriebsgelände
der Fa. Kienzle mit ca. 47 000 m² sowie die unmittelbar
angrenzende, zum damaligen Zeitpunkt untergenutzte stadteigene
Fläche von ca. 25 000 m². Die Fläche liegt in der Schutzzone
III des Wasserschutzgebiets "Keckquellen".
Das "Kienzle-Areal" lag über einen Zeitraum von 18 Jahren
brach.
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Luftbild "Kienzle-Areal" - Ausgangssituation,
Sept. 1997 |
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Die Ausgangssituation
Das
wesentliche Investitionshemmnis für die Fläche war eine
massive Untergrundbelastung durch leichtflüchtige Halogenkohlenwasserstoffe
(LHKW). Die tägliche Schadstofffracht im Grundwasser
belief sich auf ca. 2,5 kg LHKW. Auf der ehemaligen
Betriebsdeponie (ca. 6 000 m² / ca. 25 000 t) wurden
u. a. geringe Mengen an radioaktiven Substanzen aus
der Ziffernblattproduktion abgelagert.
Weitere Produktionsrückstände im Untergrund waren:
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Mineralölkohlenwasserstoffe
-
Aromatische Kohlenwasserstoffe
-
Schwermetalle
Historische
Entwicklung
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| 1901
- 81 |
Nutzung
als Produktionsstandort der Uhrenfabrikation |
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1981 - 98 |
Mehrfache
Veräußerung des Areals, Altlastenerkundung, Rückbau
der Fabrikgebäude, juristische Auseinandersetzungen
zu Besitzverhältnissen und Sanierungspflicht, Brachliegen
der Fläche |
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| Nov.
1998 |
Erwerb
der Fläche durch die PPE |
| Frühjahr
1999 |
Verbindlichkeitserklärung
der Sanierungskonzeption, Einleitung des Bebauungsplanverfahrens
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| Aug.
1999 |
Inbetriebnahme
der hydraulischen Sicherungsmaßnahme |
| Jan.
2000 |
Satzungsbeschluss
des Gemeinderats zum Bebauungsplanverfahren, Beginn
der Bodensanierung |
| April
2000 |
Baubeginn
Lebensmittelmarkt |
| Mai
2000 |
Abschluss
Bodensanierung und Sicherung der ehem. Betriebsdeponie |
| Herbst
2000 |
Baubeginn
zur Erschließung des Areals |
| Okt.
2000 |
Baubeginn
Wohnbebauung |
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Nov.
2000
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Eröffnung
des Lebensmittelmarkts |
| März
2001 |
Mit
dem Verkauf des einzigen noch freien Grundstücks
an die Schwenninger Betriebskrankenkasse (BKK) ist
die vollständige Vermarktung des Areals geglückt |
| 2001 |
Erschließung |
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Luftbild Kienzle-Areal 2005 |

Detailansicht Wohnen, August 2005 |
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| 2002 |
Fertigstellung
des Regenrückhaltebeckens "Vorderer See" |
| 2004 |
Fertigstellung
des BKK Verwaltungsgebäudes |
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Schwenninger BKK am Vorderen See, Oktober 2005
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| 2005 |
Restarbeiten
der Erschließung, die wegen der BKK-Bebauung zurückgestellt
wurden. Unter Einbeziehung des stadteigenen Grün-
und Seebereichs sind 90 % der Fläche bereits überbaut. |
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Verbindliches Sanierungskonzept "Kienzle-Areal" |
Auf
der Grundlage von umfangreichen technischen Untersuchungen
zur Altlastensituation und einer ersten städtebaulichen
Konzeption wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet.
Im
Frühjahr 1999 erklärte das zuständige Landratsamt (LRA)
Schwarzwald-Baar-Kreis in Abstimmung mit dem Staatlichen
Gewerbeaufsichtsamt Villingen - Schwenningen dieses
Konzept für verbindlich.
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Inhalt des Sanierungsplans
Grundwassersanierung:
- Vermeidung
von weiteren Schadstoffemissionen aus dem Grundstück
durch eine hydraulische Sicherungsmaßnahme (1. und
2. Grundwasserstockwerk)
- Entnahme
von ca. 1,5 - 2 l/s Grundwasser über mehrere Entnahmestellen
- Reinigung
des geförderten Grundwassers über eine mehrstufige
Anlage und Wiederversickerung
Bodensanierung:
- Ausbau
der massiv kontaminierten Bodenschichten aus mehreren,
voneinander getrennten Schadensbereichen bis in Tiefen
von 6 m u. Gel. und ordnungsgemäße Beseitigung
Ehem.
Betriebsdeponie:
-
Sicherung der ehem. Betriebsdeponie durch bautechnische
Maßnahmen
Restbelastungen:
-
Ausbau vorhandener Restbelastungen bzw. schädlicher
Bodenveränderungen in Abhängigkeit von der geplanten
Folgenutzung im Zuge der Neubaumaßnahmen
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden ca. 25 000 t
Bodenmaterial bewegt.
Flächenfolgenutzung
Im März 1999 wurde entsprechend der
Konzeption der PPE von der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen
ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Innerhalb von
nur 10 Monaten lag der Satzungsbeschluss des Gemeinderats
vor.
Folgende Nutzungen sind auf dem Gelände bereits realisiert
worden:
Im nördlichen Bereich des Areals ist
auf einer Fläche von ca. 17 000 m² ein großflächiger
Lebensmittelmarkt mit 350 Stellplätzen entstanden.
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Städtebaulicher Gestaltungsplan Kienzle-Areal |
Im südlichen, überwiegend geringer
oder nicht kontaminierten Bereich, wurden eine Seniorenwohnanlage
sowie Doppel- und Reihenhäuser bzw. Mehrfamilienhäuser
errichtet. Nach vollständiger Bebauung werden ca. 180
Wohneinheiten neu gebaut sein.
Außerhalb des Areals, aber im Bebauungsplangebiet,
wurde im Osten als Ausgleichsmaßnahme ein Rückhaltebecken
zur Aufnahme des Oberflächengewässers aus dem neuen
Baugebiet angelegt.
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Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sind
auf 3,5 Mio. €. Die Grundwassersanierung wird voraussichtlich
über einen Zeitraum von 20 Jahren durchgeführt. Das gesamte
Investitionsvolumen beträgt ca. 65 Mio. €. |
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