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Revitalisierung des ehem. OKAL Betriebsgeländes in
Titisee- Neustadt, Freiburger Straße
(2000 - 2004)
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Luftbild der Fa. Himmelsbach aus dem Jahre 1968 |
Das
ehemalige Betriebsgelände der Firma Himmelsbach - ein
Holzveredelungsunternehmen, welches Leitungsmasten imprägnierte
- mit einer Gesamtfläche von ca. 140 000 m²
liegt im Westteil von Titisee-Neustadt im Ortsteil Neustadt
(Hochschwarzwald).
Das Grundstück wird durch den Fluss Gutach und den OKAL-See
in zwei Bereiche geteilt. Die von der PPE erworbene
und entwickelte Fläche belief sich auf 26 900 m².
Die Sanierung umfasst die Gesamtfläche von ca.
140 000 m².
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Die Ausgangssituation
Auf
dem Gesamtgelände lagen aufgrund der früheren Imprägniertätigkeit
massive Verunreinigungen des Untergrundes - vor allem
durch Quecksilber und Arsen - vor. Die Verunreinigungen
hatten bereits zu einem sanierungsbedürftigen Schaden
im 1. und 2. Grundwasserleiter geführt. Nicht zuletzt
aufgrund der Wechselwirkung mit den Oberflächengewässern
war diesbezüglich dringender Handlungsbedarf geboten.
Im Zusammenhang mit der Altlastsituation bestand in
den letzten Jahren eine Bebauungsblockade für das gesamte
Areal.
Historische
Entwicklung
Das
Areal war bis 1961 von der Firma Himmelsbach als Betriebsgelände
genutzt worden. Nach Konkurs der Firma Himmelsbach erwarb
die Firma OKAL (heute TN Immobiliengesellschaft mbH
& Co. KG) 1962 das Gesamtgelände. 1968/ 69 erfolgte
eine Verlegung der Gutach und das Anlegen des sog. OKAL-Sees.
1996
erwarb die Unternehmensgruppe Tengelmann das nördlich
der Gutach gelegene, mit verschiedenen Hallen bebaute
und nicht mehr genutzte Flurstück 701 des OKAl-Betriebsgeländes
mit einer Fläche von 26 900 m². Die Neuerrichtung eines
großflächigen Verbrauchermarktes sowie eines Lebensmitteldiscounters
waren geplant. Für diese Nutzungskonzeption erarbeitete
die Unternehmensgruppe Tengelmann zwischen 1996 und
1998 einen Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP). Das
Genehmigungsverfahren wurde nach der Offenlage aufgrund
der Altlastensituation gestoppt. Die Unternehmensgruppe
Tengelmann war aus betriebsinternen Gründen und der
finanziellen Tragweite der Altlastenproblematik an einer
baulichen Umsetzung des Projektes nicht mehr interessiert.
Die Übergabe des Grundstückes und Umsetzung des Kaufvertrages
zwischen der TN Immobiliengesellschaft mbH & Co.KG und
der Unternehmensgruppe Tengelmann wurde nicht vollzogen.
Dies bedeutete für die Umnutzung dieser Industriebrache
einen Stillstand, bei dem weder eine sinnvolle städtebauliche
Gestaltung noch die Sanierung der Altlasten vollzogen
wurde.
Am
21.11.2000 wurde zwischen der PPE und der TN Immobiliengesellschaft
mbH & Co. KG (früher OKAL) ein Kaufvertrag zur Übernahme
von dem Flurstück 701 geschlossen.
Altlastensanierung
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Verbindlicher Sanierungsplan von 2002 |
Nach
zahlreichen Gesprächen mit der Fachbehörde
im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, dem Regierungspräsidium
Freiburg, der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg
sowie dem Umweltministerium von Baden-Württemberg
und Durchführung umfangreicher weiterer Altlastenuntersuchungen
wurde die Zielrichtung zur Sanierung des ehemaligen
Himmelsbachgeländes mit dem darauf befindlichen
o. g. Flurstück 701 abgestimmt.
Die festgelegten Sanierungsziele wurden im Rahmen eines
Sanierungsplanes nach § 13 BBodSchG im Frühjahr
2002 rechtsverbindlich.
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Die
PPE hat im Rahmen des Kaufvertrages mit der TN Immobiliengesellschaft
mbH & Co. KG die Verpflichtung übernommen, die
Sanierung des gesamten ehem. Himmelsbachgeländes
nach Maßgabe des Sanierungsplanes durchzuführen.
Die noch vorhandenen Hallen- und Betriebsgebäude
auf dem Flurstück 701 wurden 2002 abgerissen und
fachgerecht entsorgt. Eine langjährig zu betreibende
Grundwassersanierung ist eingerichtet worden und soll
küftig unterbinden, dass kontaminiertes Grundwasser
den Standort verlassen kann. Unterstützend hierzu
wurde der Schadensschwerpunkt im Bereich der früheren
Holzimprägnierung - die Kyanisieranlage - ausgebaut.
Eine Sicherung der Werksdeponie soll im Zuge der Neunutzung
dieser Fläche als Bauhof eines Tiefbauunternehmens
durchgeführt werden. Durch die Bebauungsblockade
war auch ein Neubauvorhaben eines auf dem Gelände
ansässigen Fertighausherstellers blockiert. Dieser
Fertighaushersteller hat zwischenzeitlich seinen Neubau
errichtet und eine weitere bisher ungenutzte Fläche
überbaut.
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden ca. 60 000 t
Erdmaterial bewegt.
Flächenfolgenutzung
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Luftbild ehem. OKAL-Gelände, August 2005 |
Die
frühere Planung zur Errichtung eines großflächigen
Verbrauchermarktes und eines Lebensmitteldiscounters
wurde von der PPE aufgegriffen. Mit den Firmen EDEKA
und ALDI konnten zwei renommierte Folgeinvestoren für
den Standort gewonnen werden.
Das
durch die Altlastensituation beendete VEP-Verfahren
wurde zur Erlangung des Planungs- und Baurechts im Januar
2002 wieder aufgenommen. Die PPE wurde der neue Träger
des Bebauungsplanverfahrens und somit neuer Vertragspartner
der Stadt Titisee-Neustadt. Der Satzungsbeschluss des
Gemeinderats Titisee-Neustadt erfolgte im Frühjahr
2002.
Die von der PPE erworbene Fläche konnte innerhalb
kürzester Zeit weitervermarktet werden. Ihre Folgeinvestoren
wurden von Risiken, die Altlasten betreffend, freigestellt.
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Folgende
Maßnahmen zur Standortentwicklung sind im Einzelnen
durchgeführt worden:
- Durchführung
des Bebauungsplanverfahrens (VEP-Plan) in Zusammenarbeit
mit der Stadt Titisee-Neustadt
- Rückbau
vorhandener Hallen und Gebäude
-
Großflächige Geländemodellierung und
Herstellung des Geländerohplanums für die
anschließende Bebauung EDEKA und ALDI
-
Durchführung von öffentlichen Erschließungsmaßnahmen
(Bau eines öffentlichen Kreisverkehrs und eines
öffentlichen Gehwegs)
-
Neubau von öffentlichen und privaten Regen- und
Schmutzwasserkanälen
- Untergrundsanierung
nach Maßgabe des Sanierungsplanes
- Sanierung
der Werksdeponie
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